Die Vorsitzende der Sozialisten und Demokraten schlägt vor, die Einnahmen aus einer Steuer auf Energieunternehmen zur Finanzierung einer Sozialhilfe für Strom, Heizung, Lebensmittel und Kraftstoffe zu verwenden. In der an die Kommission gerichteten Forderung wird weder die Höhe der Unterstützung noch der Kreis der Anspruchsberechtigten genannt; im europäischen Präzedenzfall finanzierte der Beitrag die nationalen Unterstützungsmaßnahmen nur teilweise.
Die Präsidentin der Fraktion der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament, Iratxe García Pérez, forderte Ursula von der Leyen auf, eine Steuer auf die außergewöhnlichen Gewinne der Energieunternehmen vorzuschlagen, aus der eine Sozialhilfe für Haushalte finanziert werden soll. In der Debatte über die Lage der Union in Straßburg forderte García, dass die Unterstützung Familien beim Bezahlen von Strom und Heizung, aber auch von Lebensmitteln und Kraftstoffen helfen solle.
Kurz gesagt
1.García schlägt vor, einen Teil der außergewöhnlichen Gewinne der Energieunternehmen zur Finanzierung der Unterstützung für Haushalte zu verwenden. Es handelt sich um eine politische Forderung an die Kommission, nicht um eine neue Steuer, die durch diese Intervention beschlossen wurde.
2.Die geforderte Hilfe geht über die Begleichung von Energierechnungen hinaus und umfasst alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel und Kraftstoffe. Die Rede legt weder Beträge noch Einkommensgrenzen oder ein Vergabeverfahren fest.
3.Die EU hat einen befristeten Solidaritätsbeitrag auf die Gewinne bestimmter fossiler Sektoren aus dem Jahr 2022 und/oder 2023 verwendet. García bezieht sich allgemeiner auf Energieunternehmen, ohne die Sektoren oder die Berechnungsformel der neuen Steuer zu definieren.
4.Die Erfahrung mit dem europäischen Präzedenzfall zeigt sowohl die Möglichkeit, Einnahmen für Unterstützung zu erzielen, als auch die Grenzen dieser Finanzierung. Der aktuellen Forderung liegt keine Schätzung der Einnahmen oder der Kosten der Hilfe bei.
In ihrer Wortmeldung fordert García, dass Unternehmen, die von den Energiekrisen profitieren, zum Schutz der von Preissteigerungen betroffenen Familien beitragen. Sie beschreibt eine Unterstützung für das Haushaltsbudget, ohne sie auf eine Senkung der Stromrechnung zu beschränken. Die Form der Zahlung und die Kriterien, nach denen die Haushalte ausgewählt würden, bleiben jedoch unklar.
Die Fraktion erneuerte die Forderung in einer Mitteilung zur sozialen Unterstützung und stellte sie als Antwort auf die steigenden Lebenshaltungskosten dar. García setzt sich parallel für eine Beschleunigung der erneuerbaren Energiequellen und eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein. Sie fordert die Beibehaltung des Europäischen Grünen Deals und des Ziels der Klimaneutralität bis 2050 und betrachtet saubere, sichere und erschwingliche Energie als Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit.
Der Vorschlag bringt eine Lösung erneut ins Gespräch, die in der vorangegangenen Energiekrise verwendet wurde. In dem von den Mitgliedstaaten 2022 vereinbarten Mechanismus richtete sich der Solidaritätsbeitrag auf Erdöl, Erdgas, Kohle und Raffination. Der Beitrag galt für den Teil des steuerpflichtigen Gewinns, der den Referenzdurchschnitt zuzüglich 20 % überstieg, zusätzlich zu den regulären Steuern. Die Staaten konnten gleichwertige nationale Maßnahmen anwenden, und die Einnahmen waren für die Unterstützung von Haushalten und Unternehmen bestimmt.
Die später erhobenen Daten zeigen das Ausmaß und die Grenzen dieses Präzedenzfalls. In ihrem Bericht vom Mai 2025 verzeichnet die Kommission bis zum 30. Juni 2024 Einnahmen in Höhe von 26,15 Milliarden Euro, die sich auf die Steuerjahre 2022 und 2023 beziehen und aus dem Beitrag sowie gleichwertigen Maßnahmen stammen. Die Kommission weist darauf hin, dass diese Einnahmen die nationalen Unterstützungsmaßnahmen nur teilweise finanzieren konnten. Die Summe ist ein historisches Ergebnis und keine Schätzung für die nun geforderte Initiative.
Der Präzedenzfall legt die künftige Steuer nicht automatisch fest. García präzisiert weder, ob diese die Sektoren, die Gewinnschwelle oder die Dauer des früheren Beitrags übernehmen würde, noch, ob die Hilfe auf europäischer oder nationaler Ebene verwaltet würde. Zudem legt die Rede nicht fest, wie der als außergewöhnlich geltende Gewinnanteil berechnet würde – eine Entscheidung, die bestimmen würde, welche Unternehmen auf welche Gewinne Steuern zahlen.
Für die Haushalte würde die Wirkung von der Höhe der Hilfe, den Zugangsbedingungen und dem Zeitpunkt der Auszahlung abhängen. In Ermangelung dieser Elemente und einer gemeinsamen Schätzung der Einnahmen und Ausgaben legt die Intervention die gewünschte Finanzierungsquelle und den sozialen Verwendungszweck fest, ohne bislang einen Anspruch auf Unterstützung oder einen Zeitplan für ihre Vergabe zu schaffen.
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