Die Kommission für Sicherheit und Verteidigung legt dringende Empfehlungen vor, um die kritischen Kapazitätslücken in der Luftverteidigung, Drohnen und der Cyberkriegsführung zu schließen.
Brüssel, 27. Januar 2026 – Die Mitglieder der Kommission für Sicherheit und Verteidigung (SEDE) des Europäischen Parlaments haben einen umfassenden Bericht angenommen, der dringende Maßnahmen zur Behebung der schwerwiegenden Lücken in den militärischen Fähigkeiten der EU empfiehlt. Der Bericht wurde mit 30 Stimmen dafür und 3 Stimmen dagegen angenommen und plädiert für einen geordneten Übergang zu "strategischer Autonomie", mit dem Ziel, die hohe Abhängigkeit des Gemeinschaftsblocks von Anbietern außerhalb der EU für kritische Verteidigungsausrüstung zu verringern.
Kurz gesagt
Die Abgeordneten haben anhaltende Lücken in der Luft- und Raketenabwehr, Drohnen, Artillerie und Cyberfähigkeiten identifiziert, die die Abschreckung der EU schwächen.
Der Bericht fordert einen schrittweisen Übergang zur strategischen Autonomie, wobei der Schwerpunkt auf EU-zentrierten Beschaffungen und der Stärkung der Europäischen Verteidigungsindustrie und -technologie (EDTIB) liegt.
Das Parlament fordert klarere Zeitpläne und Finanzierungen für "Europäische Flagship-Trainingsprojekte", wie das Luftverteidigungssystem und die Europäische Drohnenverteidigungsinitiative.
Der Bericht hebt hervor, dass die EU-Mitgliedstaaten trotz der jüngsten Erhöhungen der Verteidigungsausgaben weiterhin mit "schweren und anhaltenden" Kapazitätslücken konfrontiert sind. Diese Mängel sind insbesondere in hochintensiven Kriegsgebieten wie der Luft- und Raketenabwehr, Artillerie, Munition und elektronischer Kriegsführung akut. Die Abgeordneten warnten, dass diese Defizite die Fähigkeit der EU, großangelegte Operationen zu unterstützen, erheblich schwächen, angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch hybride und konventionelle Kriege.
Um diese Lücken zu schließen, plädiert die Kommission für die Stärkung der Europäischen Verteidigungsindustrie und -technologie (EDTIB). Dies umfasst die Förderung der grenzüberschreitenden industriellen Zusammenarbeit und die Sicherstellung, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besseren Zugang zum Verteidigungsmarkt haben. Der Text unterstützt ausdrücklich die Entwicklung von "strategischen Faktoren" – einschließlich einer gemeinsamen Architektur für Kommando und Kontrolle, Informationen und Überwachung – sowie gemeinsamen Fähigkeiten im Weltraum und strategischen Lufttransport.
Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Umsetzung der "Europäischen Flagship-Trainingsprojekte" im Rahmen des Fahrplans für die Verteidigungsbereitschaft 2030. Die Abgeordneten forderten die Mitgliedstaaten auf, diese kritischen Projekte, zu denen die Europäische Drohnenverteidigungsinitiative, die Überwachung des östlichen Flanks, das Luftverteidigungssystem und das Weltraumverteidigungssystem gehören, schnell zu starten und zu finanzieren. Die Berichterstatterin Lucia Annunziata (S&D, Italien) betonte, dass neue Technologien wie KI und unbemannte Systeme den Krieg neu gestalten und dass diese gemeinsamen Fähigkeiten "die Grundlage einer neuen gemeinsamen Verteidigung und Abschreckung für einen dauerhaften Frieden" sind.
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