Der Europaabgeordnete Vasile Dîncu warnt, dass die Algorithmen großer Online-Plattformen Demokratien zunehmend stärker beeinflussen, indem sie emotionale, polarisierende und extremistische Botschaften rasch verstärken. Die Aussagen wurden gegenüber Mediafax nach dem Protest von Landwirten und Tierzüchtern am 15. September gemacht, der in Bukarest organisiert und intensiv auf TikTok und Facebook beworben wurde.
Dîncu zufolge sind Algorithmen nicht neutral und bevorzugen Inhalte, die starke Reaktionen auslösen. Vor der Demonstration kursierten sowohl Aufrufe zur Teilnahme als auch Verschwörungstheorien und Falschinformationen, darunter die Behauptung, die Anlagen rund um das Parlament seien Barrikaden gewesen.
Der Europaabgeordnete erklärt, dass Demokratien Gefahr laufen, stärker von technischen Mechanismen als von der Vielfalt der Meinungen beeinflusst zu werden. Er verwies auch auf den Präsidentschaftswahlkampf in Rumänien im Jahr 2024, als eine seit Jahren bekannte Rede rasch große Sichtbarkeit erlangte.
Dîncu schlägt europäische Mechanismen vor, um die anormale Verstärkung von Botschaften zu „bremsen“, vergleichbar mit der vorübergehenden Aussetzung von Börsentransaktionen in Zeiten extremer Volatilität. Die Empfehlung ist im Bericht des Ausschusses für den Europäischen Schutz der Demokratie enthalten, der im Juni angenommen und am 25. August 2026 beim Europäischen Parlament eingereicht wurde. Dîncu kündigte außerdem die Vorbereitung eines Schreibens an die Europäische Kommission an.
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