Volkswagen prüft im Rahmen des Restrukturierungsplans „Future Plan 2030“ die Möglichkeit eines Verkaufs des italienischen Motorradherstellers Ducati. Audi, die für die Marke zuständige Sparte, bestätigt die Prüfung, betont jedoch, dass es derzeit weder eine Entscheidung noch einen unmittelbar bevorstehenden Verkaufsprozess gibt.
Der Vorstandsvorsitzende von Audi, Gernot Döllner, erklärte, dass der Konzern rund 600 der knapp 2.000 Beteiligungen, die er besitzt, neu bewertet. Ziel ist es, das Portfolio auf Grundlage des Prinzips „necessity-to-own“ um etwa ein Drittel zu reduzieren. Demnach werden nur strategisch, operativ oder rechtlich essenzielle Vermögenswerte beibehalten.
Volkswagen strebt durch die Restrukturierung Einnahmen von bis zu 15 Milliarden Euro an, die für Investitionen in Elektromobilität, Software und die Reorganisation bestimmt sind. Der Plan sieht zwischen 2027 und 2031 Investitionen von rund 135 Milliarden Euro, einen Abbau der Belegschaft um etwa 50.000 Mitarbeiter und eine Halbierung der Modellzahl vor.
Ducati ist weiterhin profitabel, doch die Ergebnisse haben sich verschlechtert. Im Jahr 2025 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 925 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 52 Millionen Euro gegenüber 91 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Auslieferungen sanken von etwa 54.500 auf weniger als 51.000 Motorräder.
Der Wert von Ducati wird auf rund 1,25 Milliarden Euro geschätzt. Die Presse berichtete über das Interesse des italienischen Unternehmens Patritalia, doch Volkswagen bestritt, dass es einen konkreten Verkaufsprozess gibt. Eine Alternative wäre die Gewährung größerer Autonomie oder der Verkauf einer Beteiligung über die Börse.
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