Der Nettodurchschnittslohn in Rumänien erreichte im Juli 5.820 Lei und lag damit um 5,5 % über dem Wert des Vorjahresmonats. Das geht aus den am Freitag vom Nationalen Statistikamt (INS) veröffentlichten Daten hervor. Der Anstieg wurde jedoch von der Inflation übertroffen, die 8,16 % erreichte. Dadurch sank die Kaufkraft der Beschäftigten um rund 2,5 %.
Die höchsten Nettoeinkommen wurden in der Programmierung und IT-Beratung mit einem Durchschnitt von 13.464 Lei sowie in der Erdöl- und Erdgasförderung mit 13.140 Lei verzeichnet. Am anderen Ende der Skala lagen die niedrigsten Gehälter in den „sonstigen Dienstleistungen“ mit 2.986 Lei sowie in der Fischerei und Aquakultur mit 3.023 Lei.
Die realen Einkommensverluste betrafen zahlreiche Berufsgruppen. Beschäftigte im juristischen Bereich büßten nahezu 12 % ihrer Kaufkraft ein, Lehrkräfte fast 7 %. Bei Ärzten und Pflegekräften sanken die Realeinkommen um 7,7 %. Selbst die Beschäftigten in der IT, deren nominale Einkommen um 7,2 % stiegen, waren nach Bereinigung um die Inflation rund 1 % ärmer.
Einer Analyse der Erste Bank zufolge ist Rumänien eine regionale Ausnahme: Im Juli sanken die Reallöhne um mehr als 2 %. Experten warnen, dass die hohe Inflation und die Haushaltskonsolidierung den Konsum der Haushalte weiter verringern werden.
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