Der Verband der Glücksspielveranstalter (FEDBET), der repräsentative Organ für über 90 % des entsprechenden Marktes in Rumänien, warnt, dass ein eventuelles totales Verbot traditioneller Glücksspiele direkte Verluste im Staatshaushalt von über 700 Millionen Euro jährlich verursachen würde, 30.000 Personen ohne Arbeitsplatz lassen würde und einen geschätzten Gesamteinfluss von über 1,3 Milliarden Euro pro Jahr hätte.
Der gesetzliche Kontext
Am 24. Februar 2026 verabschiedete die rumänische Regierung die Notverordnung Nr. 7/2026, die den lokalen Räten die Befugnis überträgt, über das Regime der Glücksspiele auf dem Gebiet jeder administrativ-territorialen Einheit zu entscheiden. Die Entscheidung kann zum Nutzen der Gemeinschaften als ein fiskalisches Instrument mit erheblichem Potenzial für die kommunalen Haushalte genutzt werden.
Obwohl das normative Dokument die administrative Dezentralisierung und die Stärkung der finanziellen Kapazität der Gemeinden anstrebt, würde eine unangemessene Anwendung, durch Entscheidungen eines totalen Verbots, den genau entgegengesetzten Effekt haben: die Beseitigung einer wichtigen Einnahmequelle, bevor diese genutzt werden konnte.
Geschätzte finanzielle Auswirkungen
Ein totales Verbot traditioneller Glücksspiele würde folgende direkte Verluste verursachen:
Betroffene Arbeitsplätze und Infrastruktur
Die Industrie der traditionellen Glücksspiele unterstützt derzeit 28.049 Angestellte im privaten Sektor und 1.380 Angestellte der rumänischen Lotterie – insgesamt 29.429 Arbeitsplätze verteilt auf alle 42 Kreise und in der Stadt Bukarest. Die Auswirkungen wären besonders schwerwiegend in kleinen und mittleren Städten, wo diese Arbeitsplätze oft zu den wenigen verfügbaren im Dienstleistungssektor gehören.
Gleichzeitig würden 3.160 Wettbüros, 1.361 Spielhallen und 345 Lottoagenturen geschlossen. Insgesamt 4.866 Standorte, mit 43.306 Spielgeräten, die außer Betrieb genommen werden.
Das Risiko der Migration zum Schwarzmarkt
FEDBET weist darauf hin, dass die Regulierung der Tätigkeit nicht die Nachfrage beseitigt, sondern sie in den Schwarzmarkt umleitet, wo der Staat gleichzeitig Steuereinnahmen, Kontrolle und jedes Instrument zum Schutz der Verbraucher verliert.
Die jüngsten Erfahrungen aus anderen europäischen Staaten bestätigen, dass die Einschränkung oder vollständige Beseitigung des regulierten Marktes zur Entwicklung illegaler Glücksspiele führt, die außerhalb jeglicher Kontroll- oder Besteuerungsrahmen operieren.
Vorgeschlagene Alternative: strenge Regulierung, kein Verbot
Anstelle eines totalen Verbots schlägt FEDBET einen strikteren und effizienteren Regulierungsrahmen vor, der auf vier grundlegenden Säulen basiert:
• Zonierung: klare Festlegung der erlaubten Zonen für die Ansiedlung von Glücksspielstandorten;
• Lokale Besteuerung: Nutzung des neuen fiskalischen Instruments, das durch die OUG 7/2026 geschaffen wurde, zur Generierung von Einnahmen für die lokalen Haushalte;
• Ästhetische und operationale Standards: Regulierung des Erscheinungsbildes und der Funktionsweise der Standorte;
• Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Verbrauchern: Mechanismen zur Selbstsperre, regelmäßige Audits und spezielle Programme für verantwortungsvolles Spielen.
Dieser Ansatz gibt den lokalen Räten die volle Kontrolle über die Tätigkeit, neue Einnahmen und einen echten Schutz der Gemeinschaft. Daher genau die Ziele, die das Verbot anführt, die es jedoch in der Praxis nicht erreichen kann.
Effektive Lösungen durch Dialog zwischen Industrie und Behörden
FEDBET versteht den politischen und sozialen Kontext, in dem dieses normative Dokument verabschiedet wurde, und erkennt die legitimen Bedenken der Behörden für eine verantwortungsvolle Verwaltung der Glücksspielaktivitäten auf lokaler Ebene an. Die Übertragung von Befugnissen an die lokalen Räte kann ein wertvolles Regulierungsinstrument darstellen, vorausgesetzt, die getroffenen Entscheidungen sind verhältnismäßig, fundiert und an die Realitäten jeder Gemeinschaft angepasst.
Die Glücksspielindustrie in Rumänien operiert in einem strengen Rahmen von Genehmigungen, Kontrolle und Besteuerung. Lizenzierte Betreiber tragen ständig zum Staatshaushalt und zu den lokalen Haushalten bei und sichern Zehntausende von Arbeitsplätzen im ganzen Land. Entscheidungen über ein totales Verbot beseitigen nicht die Nachfrage, sondern leiten sie in illegale Kanäle um, wo der Staat weder Einnahmen noch Kontrolle noch Instrumente zum Schutz der Bürger hat.
Der Verband weist darauf hin, dass Entscheidungen, die ohne eine vorherige Bewertung der wirtschaftlichen, sozialen und haushaltspolitischen Auswirkungen getroffen werden, das Risiko bergen, unbeabsichtigte negative Effekte zu erzeugen, einschließlich Verluste für die lokalen Haushalte und eine Verstärkung des illegalen Marktes. Die jüngsten Erfahrungen aus Westeuropa bestätigen dieses Risiko: wo der regulierte Markt beseitigt wurde, hat der Schwarzmarkt floriert.
In diesem Sinne erklärt FEDBET seine vollumfängliche Bereitschaft zu einem konstruktiven institutionellen Dialog und zu technischen Konsultationen, die die lokalen Behörden bei der Umsetzung eines klaren, kohärenten und effizienten Rahmens unterstützen sollen.
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