Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Abkommen über die Lieferung von 4,8 Millionen Tonnen Diesel aus Russland dürfte nur geringe Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten und Europa haben. Das Volumen entspricht etwa 36 Millionen Barrel und deckt rund zehn Tage des US-Verbrauchs sowie etwas mehr als einen Tag der weltweiten Nachfrage.
Russland soll zunächst 300.000 Tonnen liefern, weitere 500.000 Tonnen im November und anschließend noch eine Million Tonnen. Die verbleibenden drei Millionen Tonnen sollen abhängig von der Situation der russischen Raffinerien exportiert werden, die von ukrainischen Angriffen betroffen sind.
Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass die Lieferungen im Oktober und November die Großhandelspreise für Diesel in den USA und Europa lediglich um 1 bis 2 Dollar pro Barrel senken könnten. Die Vereinigten Staaten sind Nettoexporteur von Diesel und hängen nicht direkt von russischen Importen ab. Die zusätzlichen Mengen könnten jedoch den Wettbewerb um US-Lieferungen für Märkte wie Brasilien und die Türkei verringern.
Der Druck auf die Trump-Regierung nimmt vor den Kongresswahlen im November zu. Der durchschnittliche Dieselpreis in den USA ist auf 6,28 Dollar pro Gallone gestiegen und liegt damit 72 Prozent über dem Vorjahresniveau; Benzin kostet 4,34 Dollar pro Gallone. Die Preissteigerungen werden durch Angriffe auf russische Raffinerien und Störungen im Nahen Osten verstärkt. Analysten zufolge wäre für eine nachhaltige Verbilligung eine Wiederherstellung der Raffineriekapazitäten erforderlich.
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