Etwa 19,2 Millionen Afghanen – mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Landes – könnten zwischen November 2026 und April 2027 von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Davor warnte am Dienstag das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) aus Kabul.
Rund fünf Millionen von ihnen dürften demnach eine „Notfall“-Stufe erreichen, die einer Hungersnot nahekommt. Derzeit, zwischen September und Oktober, sind bereits 15,9 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit auf Krisenstufe oder einer noch höheren Stufe betroffen, darunter 3,4 Millionen in einer Notsituation.
OCHA schätzt, dass im kommenden Jahr mehr als vier Millionen Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen. Die Krise wird durch jahrelange Konflikte, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Dürre, klimabedingte Katastrophen, Erdbeben sowie die seit 2023 erfolgte Rückkehr von Millionen Afghanen aus Iran und Pakistan verschärft.
Die Lage wird durch die Schließung oder Aussetzung des Betriebs in etwa einem Drittel der Ernährungszentren verschärft, hauptsächlich aufgrund von Budgetkürzungen. OCHA fordert Maßnahmen vor dem Wintereinbruch sowie Investitionen in Landwirtschaft, Arbeitsplätze, Wasser, Gesundheit und Ernährung.
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