Serhii Beskrestnov, der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für Verteidigungstechnologie, warnt, dass Russland und die Ukraine in eine neue Phase des Krieges eintreten, die von Langstreckenangriffen auf Städte und Infrastruktur geprägt ist. In einem Interview mit der Zeitung The Guardian erklärte er, dass die Landfront weitgehend blockiert sei und Zivilisten in Hunderten Kilometern Entfernung von der Kontaktlinie zunehmend größeren Risiken ausgesetzt seien. Beskrestnov befürchtet, dass Russland in diesem Winter eine anhaltende Kampagne gegen die Strom-, Wasser- und Heizungsnetze in Kiew starten könnte. Er deutete an, dass die Behörden eine vorsorgliche Evakuierung besonders gefährdeter Menschen, insbesondere älterer Personen, in Betracht ziehen sollten, falls die Angriffe größere Stromausfälle verursachen. Der Berater ist der Ansicht, dass die Luftabwehr dem Umfang der von beiden Seiten eingesetzten Raketen und Drohnen nicht mehr gewachsen ist. Die Ukraine ist zudem mit einem Mangel an Patriot-Abfangraketen konfrontiert, die für das Abfangen ballistischer Raketen unerlässlich sind. Als Reaktion darauf beabsichtigt Kiew, die Angriffe in der Tiefe des russischen Territoriums zu verstärken und Fabriken, Lagerhäuser sowie Raffinerien ins Visier zu nehmen. Beskrestnov erklärt, dass die Ukraine täglich etwa 1.000 gestartete Drohnen erreichen und sogar den zivilen Flugverkehr in Russland stören wolle. Beunruhigt über die Eskalation sagt er, der Krieg müsse beendet werden, da beide Länder Gefahr liefen, mit schwer geschädigten Volkswirtschaften und Infrastrukturen zurückzubleiben.
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