Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) und die ukrainische Staatsanwaltschaft haben am Dienstag bekannt gegeben, dass Julia Mendel, die ehemalige Sprecherin von Präsident Wolodymyr Selenskyj, offiziell des Hochverrats verdächtigt wird. Mendel lebt derzeit im Ausland. Die Behörden in Kiew werfen ihr vor, „subversive Informationsaktivitäten gegen die Ukraine“ durchgeführt zu haben.
Nach Angaben des SBU bemühen sich die Behörden darum, dass sich die ehemalige Amtsträgerin vor der ukrainischen Justiz verantwortet. Einzelheiten zu den konkret gegen sie ergriffenen Maßnahmen oder zu möglichen Verfahren für ihre Überstellung in die Ukraine wurden zunächst nicht mitgeteilt.
Julia Mendel war von 2019 bis 2021 Selenskyjs Sprecherin. Nach Beginn der russischen Invasion veröffentlichte sie ein Buch über ihre Erfahrungen im Präsidialamt der Ukraine.
Mendel erregte im Mai erneut öffentliche Aufmerksamkeit, nachdem sie dem US-Journalisten Tucker Carlson ein Interview gegeben hatte. Darin beschuldigte sie Selenskyj der Korruption, autoritärer Tendenzen und des fehlenden Willens, den Krieg mit Russland zu beenden. Außerdem machte sie ungeprüfte Aussagen über das Verhalten des Präsidenten und seinen Drogenkonsum.
Anschließend verhängte Selenskyj Sanktionen gegen seine ehemalige Sprecherin und warf ihr die Verbreitung von Desinformation und russischer Propaganda vor. Der Fall markiert eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden und die Einleitung von Ermittlungen wegen eines der schwersten Verbrechen nach ukrainischem Recht.
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