Portugal ist mit einer schweren Wohnungsnot konfrontiert. Tausende Menschen protestierten am Samstag in Lissabon gegen steigende Kaufpreise und Mieten. Die Demonstrationen fanden vor dem Hintergrund stark gestiegener Wohnkosten im Vergleich zu 2017 statt, von denen insbesondere junge Menschen und Haushalte mit niedrigen Einkommen betroffen sind.
Nach dem Marsch durch das Zentrum der Hauptstadt errichteten die Demonstranten mehr als 50 Zelte auf dem Rossio-Platz. Gegen 4:30 Uhr griffen Dutzende Polizisten ein, einige von ihnen in Begleitung von Hunden, um das Lager zu räumen. Nach drei Warnungen setzten die Ordnungskräfte Schilde und Schlagstöcke ein, um die Menschen auseinanderzutreiben, die die Zelte verteidigten. Auch kleinere Lager auf dem Dom-João-I-Platz in Porto wurden aufgelöst.
Der Polizeieinsatz löste Kritik aus, nachdem bereits bei Räumungen eine Woche zuvor Dutzende Menschen festgenommen worden waren. Der sozialistische Abgeordnete Pedro Delgado Alves erklärte, der Protest am Rossio sei friedlich gewesen und der Einsatz von Gewalt nicht gerechtfertigt.
Die Demonstranten fordern die Rücknahme eines Gesetzentwurfs, der Räumungen erleichtert und Mietobergrenzen für neue Verträge abschafft. Ministerpräsident Luis Montenegro lehnte eine Rücknahme des Entwurfs ab, sagte jedoch, dieser könne vor der Schlussabstimmung geändert werden. Die Sozialisten fordern Konsultationen mit der Opposition und den Demonstranten.
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