Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ordnete am Sonntag Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung der Teilnehmer der Dokumentation „NAZA“ an, die Zeugenaussagen über die Tötung von Zivilisten im Gazastreifen präsentiert. Die Untersuchung betrifft mutmaßliche „schwere Verbrechen gegen die Sicherheit Israels“ sowie Vorwürfe der strafbaren Verleumdung und der Schädigung der diplomatischen Interessen des Landes.
Der von The Guardian produzierte Film basiert auf den anonymen Aussagen von 24 israelischen Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern. Die Dokumentation beschreibt die mutmaßliche Genehmigung von Angriffen, bei denen Dutzende oder Hunderte Zivilisten nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 als „Kollateralschäden“ betrachtet worden sein sollen.
„NAZA“ ist laut der Recherche das verwendete Akronym für die Einschätzung, wie viele Zivilisten bei einem Angriff getötet werden könnten. Der Film behauptet außerdem, dass die israelische Armee Modelle künstlicher Intelligenz zur Identifizierung potenzieller Kämpfer eingesetzt und evakuierte Gebiete bombardiert habe, obwohl sich dort weiterhin Zivilisten aufgehalten hätten.
Netanjahu forderte den Generalstabschef, den Direktor des Shin Bet und den Generalstaatsanwalt zu Maßnahmen auf. Die israelische Armee weist die Vorwürfe der vorsätzlichen gezielten Tötung von Zivilisten zurück und erklärt, ihre Vorschriften verpflichteten sie dazu, die Zahl der Opfer zu reduzieren.
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