Der litauische Ministerpräsident Mindaugas Sinkevicius hat am Donnerstag, dem 8. Oktober, gefordert, dass die Europäische Union den Transit russischen Getreides durch die EU verbietet und Oligarchen aus dem russischen Agrarsektor sanktioniert, die den Krieg gegen die Ukraine unterstützen. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund der russischen Blockade des Schwarzen Meeres und der Vorwürfe Kiews, wonach Handelsschiffe vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens angegriffen wurden.
Sinkevicius erklärte, Russland nutze europäische Häfen und Infrastruktur, auch in den baltischen Staaten, um sein Getreide zu exportieren und Einnahmen zu erzielen, die die Kriegsanstrengungen unterstützen. Er bezeichnete die Situation als inakzeptabel und kündigte in Litauen strengere Kontrollen zur Überprüfung der Herkunft des Getreides an.
Die Maßnahmen zielen unter anderem darauf ab, gestohlene ukrainische Produkte oder mit anderem Getreide vermischte Ware zu identifizieren, bevor sie durch Litauen zu den globalen Märkten transportiert wird.
Die Europäische Union hat russische Agrarprodukte bislang nicht sanktioniert und argumentiert, diese beeinträchtigten die Kriegsmaschinerie nicht direkt. Der EU-Sanktionsbeauftragte David O’Sullivan erklärte, der Handel zwischen der EU und Russland sei bereits um 75 Prozent zurückgegangen und eine vollständige Entkopplung stelle nicht unbedingt das Ziel der europäischen Politik dar. Sinkevicius fordert jedoch eine Änderung dieses Ansatzes und den Ausschluss Russlands aus der europäischen Logistikinfrastruktur.
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