Eine Regierungsbehörde in Finnland hat das Unternehmen Google am Dienstag aufgefordert, die Arbeiten an den in den Gemeinden Muhos und Kajaani geplanten Rechenzentren bis zum 23. Oktober 2026 auszusetzen. Die Behörde leitete eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen das Umweltrecht ein, nachdem das Google vertretende Unternehmen in Muhos offenbar mehr als 300 Hektar Wald gerodet hatte, ohne die vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.
Die finnische Umweltaufsichtsbehörde forderte die Einstellung aller vorbereitenden Arbeiten, die die Umwelt erheblich verändern könnten. Für den Fall, dass der Aufforderung nicht nachgekommen wird, kündigte die Behörde Zwangsmaßnahmen an. In Muhos waren bereits Bagger auf dem von Google gekauften Gelände im Einsatz, und der Wald in der Nähe eines Bauernhofs war entfernt worden.
Die Projekte sind Teil einer Investition von 13 Milliarden Euro in Finnland – der größten Einzelinvestition Googles in Europa im Bereich künstliche Intelligenz. Das Unternehmen räumte ein, in diesem Fall seine eigenen Standards nicht eingehalten zu haben, und kündigte an, die Feststellungen der Behörde zu prüfen und deren Empfehlungen zu befolgen.
Google plant, auch in Vaala und Hamina Rechenzentren zu entwickeln. Finnland zieht aufgrund seines kalten Klimas und der aus Kernkraft, Windkraft und Wasserkraft erzeugten Energie Investitionen an. Der Ausbau der Infrastruktur hat jedoch Kontroversen über den Energieverbrauch, das Stromnetz und die Auswirkungen auf die Umwelt ausgelöst.
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