Die französischen Behörden haben am Donnerstag den ersten dokumentierten Fall des Shamonda-Virus beim Menschen bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um ein Orthobunyavirus, das durch den Stich kleiner Insekten übertragen wird und bislang für Infektionen bei Nutztieren bekannt war. Der Patient, der mit einer schweren Erkrankung und stark geschwächtem Immunsystem in Lyon behandelt wurde, starb Anfang Oktober.
Das Virus zirkuliert seit mehreren Jahrzehnten in Afrika und Asien, war jedoch bislang nicht beim Menschen nachgewiesen worden. Die französischen Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft bezeichneten den Fall als außergewöhnlich und erklärten, dass nach den verfügbaren Informationen kein gesundheitliches Risiko für die Allgemeinbevölkerung festgestellt worden sei.
Shamonda befällt hauptsächlich Rinder und wird von blutsaugenden Insekten, darunter kleinen Mücken, übertragen. Das Virus wurde Mitte der 1960er-Jahre erstmals in Nigeria identifiziert und später sporadisch bei Tieren in Afrika und Japan nachgewiesen.
Die wichtigste Hypothese lautet, dass sich der Patient im Osten Frankreichs infiziert haben könnte, wo das Virus im Frühjahr und Sommer 2026 unter Tieren zirkuliert haben soll. Die Behörden untersuchen den Fall, um den Übertragungsweg und die medizinischen Auswirkungen zu klären.
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