Die brasilianische Justiz hat dem Facebook-, Instagram- und WhatsApp-Eigentümer Meta vorläufig untersagt, von Medieninstitutionen erstellte Inhalte zu sammeln und zum Training von Systemen künstlicher Intelligenz zu verwenden. Die Entscheidung wurde am Dienstag nach einem Antrag von drei nationalen Verbänden von Journalisten, Verlagen sowie Radio- und Fernsehsendern erlassen.
Richter Guilherme Madeira Dezem setzte Bestimmungen in den neuen Nutzungsbedingungen für Unternehmen von Meta außer Kraft, die am 20. November in Kraft treten sollten. Diese sahen den Verbänden zufolge die kostenlose Abtretung journalistischer Inhalte als Voraussetzung für die Nutzung der Plattformen des Unternehmens vor.
Der Richter befand, dass die Schäden irreversibel werden könnten, wenn die Materialien bereits zum Training künstlicher Intelligenz verwendet würden. Meta darf Medieninstitutionen, die die Bereitstellung der Inhalte verweigern, nicht sanktionieren. Bei einem Verstoß gegen die Entscheidung droht dem Unternehmen bis zum Erlass einer endgültigen Entscheidung ein tägliches Bußgeld von einer Million Real, umgerechnet etwa 162.000 Euro.
Die Presseverbände betrachten dies als das erste Urteil dieser Art zugunsten einer Medienkoalition. Die Entscheidung folgt auf die Kritik an Metas Rolle im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen in Brasilien sowie auf das Versprechen von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, soziale Netzwerke auf nationaler Ebene zu regulieren.
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