Hussam Abu Safiya, Nayib Bukele, der Internationale Strafgerichtshof und seine Beamten, Tundu Lissu, Taraneh und Romina Rahimi sowie die Organisation Standing Together wurden für den Sacharow-Preis für die Gedankenfreiheit nominiert. Die Abgeordneten werden die Liste am 19. Oktober auf drei Nominierungen verkürzen; drei Tage später wird die Preisträgerin oder der Preisträger von der Konferenz der Präsidenten des Europäischen Parlaments ausgewählt.
Sechs Nominierungen wurden für den Sacharow-Preis für die Gedankenfreiheit 2026 bei einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, des Unterausschusses für Menschenrechte und des Entwicklungsausschusses des Europäischen Parlaments vorgestellt. Die Liste umfasst Personen und Organisationen aus Palästina, El Salvador, Tansania, Iran und Israel sowie den Internationalen Strafgerichtshof und seine Beamten.
Kurz zusammengefasst
Hussam Abu Safiya wurde von den Grünen und der Linken nominiert.
Nayib Bukele, der Präsident El Salvadors, ist die Nominierung der Fraktion Europe of Sovereign Nations, während der Internationale Strafgerichtshof und seine Beamten von den Sozialdemokraten nominiert wurden.
Tundu Lissu aus Tansania wird von der Europäischen Volkspartei sowie den Europäischen Konservativen und Reformern unterstützt, während Taraneh und Romina Rahimi aus Iran von Patriots for Europe nominiert wurden.
Standing Together aus Israel ist die Nominierung von Renew Europe.
AFET und DEVE werden am 19. Oktober in Straßburg drei Finalisten auswählen, während die Konferenz der Präsidenten am 22. Oktober über die Preisträgerin oder den Preisträger entscheidet.
Die Nominierungen wurden am 1. Oktober bei der gemeinsamen Sitzung der drei parlamentarischen Gremien vorgestellt, die an der ersten Phase des Verfahrens beteiligt sind. Die Vorstellung stellt weder die Auswahl einer Shortlist noch die Vergabe des Preises dar. Alle sechs Nominierungen befinden sich in dieser Phase weiterhin im Auswahlverfahren.
Hussam Abu Safiya, vom Parlament als Nominierung aus Palästina vorgestellt, wurde gemeinsam von den Grünen und der Linken vorgeschlagen. Die offizielle Mitteilung zu den Nominierungen enthält weder eine ausführliche Biografie noch die vollständige Begründung für die Nominierung. Diese Angaben sind daher getrennt von der bloßen Tatsache der Nominierung zu betrachten.
Der Präsident El Salvadors, Nayib Bukele, wurde von der Fraktion Europe of Sovereign Nations nominiert. Seine Aufnahme in die Liste stellt die Nominierung dieser politischen Fraktion dar und ist keine Bewertung oder Unterstützung durch das Europäische Parlament als Ganzes.
Die Sozialdemokraten nominierten den Internationalen Strafgerichtshof und seine Beamten. Die vom Parlament verwendete Formulierung umfasst sowohl die internationale Organisation als auch die Personen, die dort tätig sind. Die Nominierung darf nicht mit der Auswahl des IStGH für die endgültige Liste von drei Nominierungen oder mit der Vergabe des Preises verwechselt werden.
Tundu Lissu aus Tansania wurde gemeinsam von der Europäischen Volkspartei und der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer nominiert. Auch in diesem Fall benennt die Mitteilung die Nominierung und die sie unterstützenden Fraktionen, ohne in dem konsultierten Material die vollständige im Rahmen des Verfahrens eingereichte Biografie und Begründung vorzulegen.
Patriots for Europe schlug die gemeinsame Nominierung von Taraneh und Romina Rahimi aus Iran vor. Renew Europe nominierte Standing Together, eine Organisation aus Israel. Die sechs Nominierungen werden vom Parlament in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt, ohne Rangfolge zwischen ihnen.
Das Verfahren für den Sacharow-Preis trennt die Nominierung von der endgültigen Auswahl. Eine Nominierung kann von einer politischen Fraktion des Parlaments oder von mindestens 40 Mitgliedern des Europäischen Parlaments eingereicht werden; jedes Mitglied kann nur eine Nominierung unterstützen.
Nach Einreichung der Nominierungen werden die Begründungsunterlagen in den für auswärtige Angelegenheiten, Entwicklung und Menschenrechte zuständigen parlamentarischen Gremien geprüft. Der nächste Schritt ist die Verkürzung der Liste auf drei Nominierungen.
Im Jahr 2026 ist diese Abstimmung für den 19. Oktober in Straßburg angesetzt. Die Mitglieder des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und des Entwicklungsausschusses werden die Auswahlliste mit drei Kandidatinnen und Kandidaten festlegen, die der Konferenz der Präsidenten vorgelegt wird.
Der Unterausschuss für Menschenrechte beteiligt sich an der Bewertung und Vorstellung der Nominierungen. Die Auswahl der Dreierliste erfolgt jedoch gemäß dem offiziellen Parlamentsverfahren durch eine Abstimmung von AFET und DEVE.
Die endgültige Entscheidung ist für den 22. Oktober vorgesehen. Die Konferenz der Präsidenten vereint die Präsidentin oder den Präsidenten des Europäischen Parlaments und die Vorsitzenden der politischen Fraktionen. Sie ist das Gremium, das die Preisträgerin oder den Preisträger aus den drei verbleibenden Nominierungen auswählt.
Der Sacharow-Preis für die Gedankenfreiheit wird vom Parlament an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Zu den Kriterien zählen Meinungsfreiheit, die Rechte von Minderheiten, die Achtung des Völkerrechts, die Entwicklung der Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit.
Der Preis ist mit 50.000 EUR dotiert und kann einer Person, einer Vereinigung oder einer Organisation verliehen werden. Staatsangehörigkeit, Wohnsitz oder Sitz der nominierten Person oder Organisation stellen keine Kriterien dar, die die Teilnahmeberechtigung einschränken.
2025 verlieh das Europäische Parlament den Sacharow-Preis an die Journalisten Andrzej Poczobut und Mzia Amaglobeli. In der aktuellen Mitteilung werden sie als Preisträger der vorherigen Ausgabe genannt, bevor die entscheidende Phase für den Preis 2026 eröffnet wird.
Die Vorstellung am 1. Oktober markiert somit den Beginn der öffentlichen Auswahlphase unter den eingereichten Nominierungen. Keine der sechs Nominierungen kann in dieser Phase als Finalistin oder Finalist beziehungsweise als Preisträgerin oder Preisträger bezeichnet werden. Das Ergebnis hängt zunächst von der Abstimmung am 19. Oktober und anschließend von der Entscheidung der Konferenz der Präsidenten am 22. Oktober ab.
https://2eu.brussels/ro/news/sase-candidaturi-intra-in-selectia-pentru-premiul-saharov-2026
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