Der Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments hat mit 24 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung seine Position zu Erasmus+ für den Zeitraum 2028–2034 angenommen. Der von Bogdan Zdrojewski geleitete Bericht fordert ein Budget von 47,39 Milliarden EUR, einen einfacheren und inklusiveren Zugang, weniger Bürokratie sowie die Integration der Aktivitäten des derzeitigen Europäischen Solidaritätskorps in das neue Programm.
Der Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments, CULT, hat seine Position zur Zukunft von Erasmus+ für den Zeitraum 2028–2034 angenommen. Er fordert ein Budget von 47,39 Milliarden EUR sowie Änderungen, die den Zugang zu Mobilität, Bildung, Ausbildung, Freiwilligentätigkeit und Sport erweitern sollen. Der vom polnischen Europaabgeordneten Bogdan Zdrojewski koordinierte Bericht wurde mit 24 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen. Er muss nun das Plenum durchlaufen, bevor die Position des Parlaments als Grundlage für Verhandlungen mit dem Rat dienen kann.
Kurz zusammengefasst
CULT hat den Bericht zu Erasmus+ 2028–2034 mit 24 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen.
Das Parlament fordert für das Programm ein Budget von 47,39 Milliarden EUR zu laufenden Preisen, gegenüber rund 40,8 Milliarden EUR im ursprünglichen Kommissionsvorschlag.
Der Bericht legt den Schwerpunkt auf einen einfacheren Zugang, den Abbau von Bürokratie und die Beteiligung von Menschen, die von sozialen, geografischen, wirtschaftlichen oder anderen Barrieren betroffen sind.
Das künftige Erasmus+ soll auch die Aktivitäten des derzeitigen Europäischen Solidaritätskorps integrieren, darunter die Freiwilligentätigkeit und das Europäische Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe.
Die Abstimmung im CULT-Ausschuss stellt weder die endgültige Genehmigung des Budgets noch der Verordnung dar. Das Dossier muss im Parlament weiter beraten werden und anschließend in die Verhandlungen mit dem Rat gehen.
Der CULT-Bericht betrifft die Verordnung, die die Struktur von Erasmus+ für den gesamten Haushaltszeitraum 2028–2034 festlegen wird. Der Kommissionsvorschlag führt Bereiche, die derzeit über Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps finanziert werden, in einem einzigen Programm zusammen, sodass Bildung und Ausbildung, Jugend, Freiwilligentätigkeit und Sport in einem gemeinsamen Rahmen verwaltet werden.
Der Berichterstatter Bogdan Zdrojewski von der EVP stellte die Reform als Weiterentwicklung des derzeitigen Programms und nicht als vollständigen Neuaufbau dar. Zu seinen Prioritäten gehören die Ausweitung der Mobilität, ein einfacherer Zugang, weniger administrative Anforderungen und eine stärkere Beteiligung von Gruppen, die derzeit größere Schwierigkeiten beim Zugang zu Erasmus+ haben.
Ein zentraler Punkt ist das Budget. Die Position des Parlaments zum mehrjährigen Finanzrahmen fordert für Erasmus+ bereits 47,39 Milliarden EUR zu laufenden Preisen, was 42 Milliarden EUR zu Preisen von 2025 entspricht. Der Kommissionsvorschlag für das neue Programm ging von rund 40,8 Milliarden EUR zu laufenden Preisen aus.
Die Differenz beträgt rund 6,6 Milliarden EUR. Das Parlament argumentiert, dass ein bloßer nominaler Anstieg des Budgets gegenüber dem aktuellen Zeitraum nicht ausreicht, wenn das künftige Erasmus+ auch die Aktivitäten des Europäischen Solidaritätskorps übernimmt und gleichzeitig mehr Teilnehmergruppen und Ziele abdecken muss.
Der im CULT-Ausschuss angenommene Bericht zielt außerdem auf eine klarere Verteilung der Mittel zwischen den wichtigsten Programmbereichen. Dazu gehören Bildung und Ausbildung, Jugend und Freiwilligentätigkeit sowie Sport. Gleichzeitig wollen die Europaabgeordneten genügend Flexibilität bewahren, damit die Mittel im Laufe der sieben Jahre an die Entwicklung der Nachfrage angepasst werden können.
Im Bereich Sport fordert der Bericht, einen Mindestanteil des Budgets zu reservieren. Nach den vom Berichterstatter vorgelegten Unterlagen sollten mindestens 1 % der Mittel für diesen Bereich geschützt werden, damit der Sport in einem größeren Programm weder an Sichtbarkeit noch an Finanzierung verliert.
Inklusion ist ein weiterer wichtiger Bestandteil. Erasmus+ verfügt bereits über Mechanismen für Teilnehmer mit geringeren Chancen, doch CULT will, dass die neue Verordnung Zugänglichkeit zu einem stärkeren Kriterium bei der Gestaltung und Verwaltung des Programms macht.
Diese Kategorie kann Menschen umfassen, die mit wirtschaftlichen, sozialen, geografischen, gesundheitlichen oder Zugangsbarrieren konfrontiert sind. Ziel ist es in der Praxis, dass die Teilnahme an Erasmus+ nicht in gleichem Maß davon abhängt, ob Einzelpersonen zusätzliche Kosten tragen können, in der Nähe großer Einrichtungen leben oder die antragstellende Organisation über administrative Erfahrung verfügt.
Der Berichterstatter betonte auch den Abbau von Bürokratie. Erasmus+ wird über nationale Agenturen, Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und zahlreiche Begünstigte unterschiedlicher Größe umgesetzt. Administrative Verfahren können insbesondere für kleine Organisationen und neue Teilnehmer zu einer Hürde werden.
Die CULT-Position fordert daher einfachere Verfahren und eine Verwaltung, die die Kontrollstandards nicht senkt, aber unverhältnismäßige Verwaltungskosten begrenzt. Dieser Ansatz steht auch mit dem Ziel in Verbindung, die Beteiligung über jene Organisationen und Einrichtungen hinaus auszuweiten, die bereits wiederholt Erfahrungen mit dem Programm gesammelt haben.
Das künftige Erasmus+ soll auch die Aktivitäten des Europäischen Solidaritätskorps umfassen. Dieses finanziert derzeit Freiwilligentätigkeiten und Solidaritätsprojekte für junge Menschen. Der Kommissionsvorschlag sieht vor, diese Möglichkeiten in die neue Erasmus+-Struktur zu integrieren.
Die Integration wirft jedoch auch die Frage nach der Sichtbarkeit der verschiedenen Komponenten auf. Das Parlament will verhindern, dass Freiwilligentätigkeit, Jugend und Sport ohne Garantien für eine nachvollziehbare Finanzierung und klar erkennbare Ziele administrativ in einem größeren Programm aufgehen.
Der Bericht befasst sich auch mit der Beteiligung ukrainischer Jugendlicher und Studierender. Erasmus+ wurde nach Beginn der russischen Invasion genutzt, um Mobilität, Hochschulkooperation und die Kontinuität der Bildung zu unterstützen. Die CULT-Position zielt darauf ab, die Fähigkeit des Programms zu erhalten, auf solche Situationen zu reagieren.
Ein weiterer Punkt ist die Leistungsüberwachung. Der Bericht schlägt Indikatoren vor, mit denen nicht nur die Gesamtzahl der Mobilitäten bewertet werden kann, sondern auch der Zugang von Menschen mit geringeren Chancen, die Verteilung der Mittel und die in den verschiedenen Programmbereichen erzielten Ergebnisse.
Zdrojewski bezeichnete das Programm auf der nach der Abstimmung organisierten Konferenz als eines der bekanntesten europäischen Projekte und betonte, dass die Reform mehr Mobilität und einen einfacheren Zugang ermöglichen müsse. Die polnischsprachigen Passagen im automatisch erstellten Transkript sind jedoch beschädigt, weshalb seine genauen Formulierungen ohne Überprüfung der Aufzeichnung nicht als Zitate wiedergegeben werden sollten.
Verfahrenstechnisch legt die Abstimmung im CULT-Ausschuss das endgültige Erasmus+-Budget noch nicht fest. Die Verordnung unterliegt dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren, in dem Parlament und Rat denselben Text vereinbaren müssen. Gleichzeitig hängt die verfügbare Summe von der umfassenderen Einigung über den mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 ab.
Die 47,39 Milliarden EUR stellen daher die vom Parlament geforderte Position für das künftige Programm dar und keinen endgültig zugewiesenen Betrag. Die Verhandlungen über den EU-Haushalt können die endgültige Höhe verändern, und die Erasmus+-Verordnung muss getrennt von der allgemeinen Finanzstruktur angenommen werden.
Der nächste Schritt ist die Konsolidierung der Position des Parlaments im Plenum. Erst danach kann das Dossier in die interinstitutionellen Verhandlungen eintreten, in denen die endgültige Struktur des Programms, die Zugangsregeln und die Verteilung der Mittel für den Zeitraum 2028–2034 festgelegt werden.
https://2eu.brussels/ro/news/comisia-cult-cere-4739-miliarde-eur-pentru-erasmus-si-reguli-care-sa-deschida-programul-unui-numar-mai-mare-de-participanti
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