Die Europäische Union und Kanada haben am 30. Oktober in Montréal zwei Abkommen über die Zusammenarbeit im Weltraum unterzeichnet: eines über sichere Satellitenkommunikation und ein weiteres über den hochpräzisen Galileo-Dienst HAS sowie Geodäsie. Die Dokumente legen die technische Zusammenarbeit fest, während die Spitzenvertreter separat Verhandlungen über den kanadischen Zugang zu Galileo-Diensten und Sondierungsgespräche über einen Rahmen für die Zusammenarbeit bei IRIS² ankündigten.
Kurz gesagt: Zwei am 30. Oktober unterzeichnete Abkommen betreffen getrennt die sichere Satellitenkonnektivität sowie Galileo HAS und Geodäsie. Kubilius und Joly unterzeichneten die Dokumente; institutionelle Partner sind die Kanadische Raumfahrtagentur und Natural Resources Canada. Galileo HAS stellt bereits weltweit kostenlos Korrekturdaten für eine präzise Positionsbestimmung bereit; die Zusammenarbeit zielt unter anderem auf Anwendungen in der Arktis ab. Der kanadische Zugang zu Galileo-Diensten wird separat verhandelt, während für IRIS² Sondierungsgespräche angekündigt wurden. Die Abkommen gewähren nicht automatisch Zugang zu eingeschränkten staatlichen Diensten und machen IRIS² nicht zu einer bereits einsatzbereiten Infrastruktur.
Der EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, Andrius Kubilius, und die kanadische Industrieministerin Mélanie Joly unterzeichneten die Dokumente im Rahmen der Gipfelzeremonie. Kanadische Partner sind die Kanadische Raumfahrtagentur für die sichere Konnektivität sowie Natural Resources Canada für Galileo HAS und Geodäsie. Die beiden Instrumente haben unterschiedliche Gegenstände, auch wenn sie auf Weltrauminfrastrukturen zurückgreifen.
Galileo bietet Ortung, Navigation und Zeitsynchronisierung. Die Geodäsie befasst sich mit der präzisen Vermessung und Darstellung der Erde – Informationen, die für die Erstellung von Karten und Referenzinfrastrukturen zur Positionsbestimmung genutzt werden. Die kanadische Regierung strebt eine Verbesserung dieser Fähigkeiten auf dem Staatsgebiet an, auch in der arktischen Region.
Die Zusammenarbeit eröffnet Galileo HAS nicht erstmals für kanadische Nutzer. Der Dienst ist bereits kostenlos und weltweit verfügbar. Nach Angaben der EU-Agentur für das Weltraumprogramm übermittelt er Korrekturdaten sowohl über die Signale der Satelliten als auch über das Internet, um mit kompatibler Ausrüstung und Verarbeitung eine Positionsbestimmung im Dezimeterbereich zu ermöglichen. Zu den Anwendungen gehören Vermessung, Präzisionslandwirtschaft und Bauingenieurwesen.
Der bilaterale Rahmen soll die technische Zusammenarbeit vertiefen und die Nutzung dieser Fähigkeiten ermöglichen, auch unter den geografischen Bedingungen der Arktis. Die tatsächlich erreichbare Genauigkeit hängt von den Empfangsbedingungen und der verwendeten Ausrüstung ab; die Unterzeichnung des Dokuments garantiert nicht dieselbe Leistung für jedes Gerät oder an jedem Ort.
Sichere Satellitenkommunikation dient einem anderen Bedarf, nämlich der Übermittlung von Informationen unter resilienten und sicheren Bedingungen. In diesem Bereich bietet die Vereinbarung mit der Kanadischen Raumfahrtagentur einen Rahmen für Dialog und Informationsaustausch. Im Informationsblatt der kanadischen Regierung heißt es, dass auch die Entwicklungen des europäischen Programms IRIS² einbezogen sind, das für staatliche Nutzer, die Verteidigung, Notfalleinsätze, kritische Infrastrukturen und kommerzielle Dienste konzipiert wurde.
Die gemeinsame Gipfelerklärung trennt die nächsten Schritte ausdrücklich. Für Galileo wollen die Parteien Verhandlungen über einen Rahmen für den kanadischen Zugang zu den Diensten aufnehmen. Für IRIS² sind Sondierungsgespräche über eine Zusammenarbeit vorgesehen. Diese Formulierungen beschreiben Verhandlungsprozesse und gewähren für sich genommen keinen operativen Zugang zu eingeschränkten staatlichen Diensten.
IRIS² betrifft die Kommunikation und befindet sich noch in der Entwicklung, während Galileo bereits Navigationsdienste bereitstellt. Diese Unterscheidung ist für Behörden und Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, von Bedeutung, da Zugangsrechte, Sicherheitsanforderungen und mögliche finanzielle Verpflichtungen für den jeweiligen Dienst und das entsprechende Rechtsinstrument festgelegt werden müssen.
Die Abkommen sind Teil der auf dem Gipfel angekündigten technologischen Annäherung, neben der Zusammenarbeit bei Supercomputing und Forschung. Im Raumfahrtbereich besteht das konkrete Ergebnis im unterzeichneten Kooperationsrahmen und der Verhandlungsagenda, aus denen die Bedingungen für eine umfassendere Beteiligung hervorgehen müssen.
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